Wohnen im Stadel | Purbach am Neusiedler See


Wohnnutzfläche: 202,64 m²
Heizwärmebedarf: 38,95 kWh/m²a
Ort: Purbach am Neusiedler See, Burgenland
Besonderheiten: Stadelumbau, Haus im Haus, offener Dachstuhl
Status: Bauphase
Ausführende Partner: Neumayer Bau GmbH (Baumeister), Kreiseder Holzbau GmbH (Zimmerei-Dachdeckerei-Spenglerei), Ing. Jürgen Pfalz (Sanitärinstallationen und Heizungstechnik), Katzbeck FensterGmbH Austria
Visualisierung: Diviz Architekturvisualisierung: www.diviz.at


Wie ein alter Stadel auch für Wohnzwecke verwendet werden kann, zeigt das Haus »Wohnen im Stadel«.

Etwas über 120 Jahre lang schon steht der alte Stadel auf dem Eckgrundstück mitten im Ortsgebiet von Purbach am Neusiedler See. Von den Urgroßeltern des Bauherrn auf den Fundamenten eines noch älteren Gebäudes errichtet, wurde er jahrzehntelang  landwirtschaftlich genutzt, erst in den Achtziger Jahren, als der Vater des Bauherrn auch die letzten Weingärten verkaufte, verkam er zur Rumpelkammer.

Eingangs wurde plusminusnull Architektur mit der Planung eines neuen Wohnhauses beauftragt, doch als wir den Bauherren von unserer Idee erzählten, den alten Stadel mit seiner für das Ortsbild charakteristischen Steildachneigung von 52 % zu erhalten und ihn in das neue Projekt zu integrieren, stimmten diese sofort begeistert zu.

So kam es, dass im Erdgeschoß des alten Stadels heute eine Doppelgarage sowie der Abstell- und Haustechnikraum untergebracht sind, im Dachgeschoß zwei Schlafzimmer, ein Schrankraum sowie eine Terrasse.

Um aus dem Raum über der Garage aber überhaupt ein bewohnbares Dachgeschoß machen zu können, musste – um eine brauchbare Raumhöhe zu erreichen - das Bestandsdach etwas angehoben werden.

Da sich das alte Gemäuer des Stadels aus statischer Sicht aber als nicht ausreichend vertrauenswürdig erwies, entschied sich  plusminusnull Architektur gemeinsam mit den Bauherren dafür, ein Haus im Haus zu errichten. Auf einer neuen Fundamentplatte wurden parallel zu den alten Außenwänden des Stadels neue Wände errichtet. Eine zwischen dem neuem Mauerwerk und den alten Stadelwänden eingebrachte Wärmedämmung half, die groben Unebenheiten der alten Stadelwand auszugleichen, darüber hinaus liefert sie bessere Energiewerte.

Trotz des Platzbedarfs, der aus der Addition von altem und neuem Mauerwerk folgt, blieb im Erdgeschoß eine Innenbreite von 5,20 m erhalten und somit genügend Platz, um zwei Autos abzustellen. Im Dachgeschoß, dessen Außenwände weniger Platz benötigen, ergab sich eine gut nutzbare Breite von knapp über 6 m.

Hier liegen straßenseitig angeordnet der Schrankraum sowie eines der beiden Kinderzimmer, gartenseitig finden sich das Schlafzimmer von Bauherr und Bauherrin sowie eine diesem vorgelagerte und ebenfalls noch unter dem Satteldach gelegene Terrasse. Die funktional als Absturzsicherung dienenden sowie vor Wind und der sommerlichen Westsonne schützenden Holzlatten tragen stark zur Charakteristik des Entwurfs bei und sollen an die für den Stadelbau typischen Holzbretter erinnern, die den Giebel mehr oder weniger dicht zu schließen pflegen.

Beide Geschoße des Stadels verbinden sich mit dem neu errichteten Haupthaus. Von der Garage aus gelangt man in das Foyer des Hauses, von dort aus erreicht man weiter die Garderobe, das WC, ein Gästezimmer sowie den großzügigen Koch-, Ess- und Wohnbereich. Zurückgezogen hinter die Garderobe findet sich außerdem noch ein kleines Bad mit direktem Zugang in den Garten. Es inkludiert die Waschküche und einen eigenen Waschplatz für den Hund der Bauherrin.

Über eine U-förmige Treppe erreicht man das Dachgeschoß. Hier finden sich das zweite Kinderzimmer, das Familienbad und eine weitere Toilette, die Verbindung zu den Räumen im Stadel erfolgt über den Flur.

Während das Dachgeschoß des Neubaus zur Straße hin über Dachflächenfenster belichtet wird, springt es gartenseitig um eine knapp 1,80 m tiefe Terrasse zurück, wodurch es möglich wurde, sowohl Bad als auch Kinderzimmer über mannshohe Fenster und Türen zum Garten hin zu öffnen.


Erbrachte Leistungen:

  • Vorentwurf, Entwurf
  • Einreichplanung, inkl. Bauphysik (Energieausweis)