Haus zum Altwerden | Müllendorf


Wohnnutzfläche: 149,63 m²
Heizwärmebedarf: 34,59 kWh/m²a
Ort: Müllendorf
Besonderheiten: Barrierefreiheit, Bungalow
Status: Bauphase
Ausführende Partner: Kölly Bau e.U. (Baumeister), Ing. Richard Rambacher GesmbH (Zimmerei-Dachdeckerei-Spenglerei), Simon-Fischer ZT-GmbH (Statik), Christian Titzer (Elektrik), Troindl Gebäudetechnik, Katzbeck Fenstergmbh Austria


Je älter wir werden, desto wichtiger wird der Ort, an dem wir leben. Schon der normale Alterungsprozess verringert den Bewegungsradius, nicht selten kommen weiter einschränkende Erkrankungen oder Schmerzen hinzu. Je weniger wir uns aber bewegen, umso stärker nimmt die Mobilität ab. An diesem Punkt wird das Problem also zirkulär, oder anders ausgedrückt: Die Katze beißt sich in den Schwanz. Umgekehrt aber stellt eine Umgebung, die auf die Bedürfnisse älterer Menschen eingeht, für diese nicht nur eine Erleichterung dar, sondern fördert auch ihre Mobilität und mit dieser die Selbstständigkeit.

Mit der Erkenntnis, dass der Tag kommen würde, an dem das bisher bewohnte Haus den sich ändernden Lebensumständen nicht mehr gerecht wird, wandte sich ein Paar im Ruhestand im Herbst 2019 an plusminusnull Architektur. Belastend war überdies die Vorstellung, dass einer von beiden eines Tages allein zurückbleiben könnte.

Die Idee eines Umbaus wurde bald wieder verworfen, da sich ein solcher nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand realisieren hätte lassen. Aber auch ein Wegzug kam nicht Frage. Zu lieb gewonnen war die vertraute Umgebung, zu verbunden die eigene Geschichte und die eigene Identität mit dem Grund.

In der Folge entschied sich das Paar dazu, zwischen dem alten Wohnhaus, das an dem einen Ende des langgezogenen Grundstückes sitzt, und der Halle am anderen Ende ein kleineres, neues Haus zu errichten.

Dieses neue »Haus zum Altwerden« wird nun über den begrünten und liebevoll gestalteten Hof erschlossen. Der Eingang befindet sich im Osten, im Westen wurde an die Grundgrenze angebaut.

Vom Vorraum aus erreicht man eine begehbare Garderobe, eine Gästetoilette, sowie einen etwa 50 m2 großen, die Funktionen Kochen, Essen und Wohnen zusammenfassenden Raum. Hier findet sich ausreichend Platz, um die erwachsenen Töchter mitsamt ihren Familien sowie Nachbarn und Freunde zu empfangen. Zusammengesessen wird an der Küchenhalbinsel genauso wie an einem im Zentrum stehenden, ausziehbaren Tisch. Bei Schönwetter steht die Hebeschiebetür offen und erweitert den Raum um eine knapp 40 m2 große Terrasse mit weiteren, zum Teil überdachten Sitzgelegenheiten.

Bewusst verzichtet wurde auf ein klassisches Wohnzimmer. Das ältere Paar kennt seine Lebensgewohnheiten gut und weiß, dass es nicht mehr braucht als einen Kamin und zwei ergonomische Stühle, von denen aus es sich abends in bequemer Lage fernsehen lässt.

Durch einen breiten Flur getrennt finden sich jene Räumlichkeiten, die ganz dem privaten Gebrauch vorbehalten sind. Sowohl das Schlafzimmer als auch ein weiteres Zimmer, das, wenn nicht gerade die Enkelkinder zum Übernachten bleiben, als Arbeitsraum dient, wurden gemäß dem Wunsch der Bauherren nach Nordosten ausgerichtet. Im Nordwesten reihen sich ein Schrankraum, das Bad sowie ein Hauswirtschafts- und Abstellraum an.

Im Badezimmer können sowohl die Dusche als auch die Badewanne mit einem Rollstuhl angefahren werden, und natürlich bieten auch vor dem Waschbecken und der Toilette gedachte Kreise mit einem Durchmesser von mehr als 150 cm ausreichend Bewegungsfreiheit für körperlich eingeschränkte Personen.

Das auf das Leben in der Pension zugeschnittene, barrierefreie Haus erhält ein Walmdach und wird über eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt.

 


Erbrachte Leistungen:

  • Vorentwurf, Entwurf
  • Einreichplanung, inkl. Bauphysik (Energieausweis)
  • Ausführungs- und Detailplanung
  • Planungskoordination
  • Leistungsverzeichnisse und Vergabe
  • Örtliche Bauaufsicht
  • Technische Oberleitung
  • Geschäftliche Oberleitung
  • Künstlerische Oberleitung