Eierlegendes Wollmilchhaus | Trausdorf an der Wulka


Wohnnutzfläche: 225,58 m²
Büro: 40,48 m2
Sonstige Nutzflächen: 188,75 m2
Heizwärmebedarf: 39,34  kWh/m²a
Ort: Trausdorf an der Wulka, Burgenland
Besonderheiten: Pannonische Architektur
Status: Baubeginn 08/2021


Vereinfacht lässt sich sagen, dass sämtlichen Entwürfen von plusminusnull Architektur stets drei Prämissen zugrundeliegen: erstens die Topografie des Grundstücks, zweitens der gestalterische Anspruch, und drittens die auf die individuelle Lebensweise abgestimmten Vorstellungen und Bedürfnisse der Bauherren.

Manchmal sind die Wünsche der Bauherren so zahlreich und detailliert, dass ihre Vereinigung unter einem Dach zu einer hochkomplexen, planerischen Aufgabe gerät, die nur durch die gegenseitige Durchdringung von Kreativität und analytischer Betrachtung gelingen kann. Wir lieben auch solche Aufgaben - um unsere Kunden glücklich zu machen, kann der Rauch in unseren Köpfen nie zu dick werden.

Mit Stolz also, und keiner Spur von Sarkasmus, verleihen wir dem hier zu beschreibenden Haus den Namen »Eierlegendes Wollmilchhaus«. Denn woran wir anfangs selbst Zweifel hatten, ist am Ende doch gelungen: ein Entwurf, der tatsächlich keinen einzigen Wunsch der Bauherren unberücksichtigt lässt und gleichzeitig eine Wohnnutzfläche von 230 m2 nicht übersteigt.

Um den in Trausdorf meist lebhaften Wind nicht durchs Haus fegen zu lassen, liegt der Eingang unter einem Laubengang geschützt, zusätzlich gibt es einen Windfang. Das anschließende Foyer wirkt großzügig, nicht zuletzt dank der ins Dachgeschoß führenden, geraden Treppe, unter der Schuhe, Taschen, Jacken und vieles mehr Platz hat. Ein eigener Garderobenraum zur Rechten des Foyers bietet weiteren Stauraum.

Vom Eingang aus gesehen erreicht man in beinahe gerade Linie das Esszimmer. Die Bauherrin ist reich an lieber Verwandtschaft, die gerne zusammenkommt, entsprechend bietet das Esszimmer einer langen, parallel zur Kaminwand ausgerichteten Tafel Platz. Überdies lässt es sich mit dem Wohnzimmer zu einem etwa 50 m2 großen Saal verbinden - eine speziell angefertigte, mehrteilige Schiebefalttür verschwindet dabei komplett unter der Stiege -, zusammen mit dem etwa 45 m2 großen Wintergarten stehen für Familienfeiern somit insgesamt knappe 100 m2 zur Verfügung.

Trotz des vorgebauten Wintergartens mangelt es dem Raum nicht an Helligkeit, zwei die Decke zur oberhalb gelegenen Terrasse durchstoßende Dachflächenfenster sorgen für direkten Lichteinfall.

Die Küche liegt bewusst getrennt, doch angrenzend, und bietet sowohl einer Insel als auch einem weiteren, kleinen Tisch Platz, an dem die noch kleinen Kinder während des Kochens in Sicht- und Hörweite sitzen oder spielen können oder gemeinsam gefrühstückt wird.

Weiter befinden sich im Erdgeschoß ein Gästezimmer, ein kleines Bad mit Dusche und Wickelmöglichkeit sowie eine separate Toilette, die wunschgemäß sowohl vom Wohnzimmer als auch vom Gästezimmer aus rasch zu erreichen ist.

Der oben bereits erwähnte Garderobenraum fungiert als eine das Haus mit der Doppelgarage verbindende Schleuse. Auch die Anbindung der Garage an den Garten war den Bauherren ein Bedürfnis, von letzterem aus sollte man überdies rasch die im Keller gelegenen Lagerräume erreichen. Ebenfalls kurz sollte der Weg ausfallen, den man - beladen mit schweren Einkaufstüren - vom Kofferraum zur Speisekammer zurücklegen muss, die Verbindung letzterer mit der Küche verstand sich von selbst.

Das Obergeschoß fasst drei große Kinderzimmer, ein eigenes Kinderbad sowie den Bereich der Eltern, bestehend aus einem Schlafzimmer, einem Schrankraum und einem Bad mit Doppelwaschtisch, Dusche, Wanne und Toilette.

Das sich von den anderen Räumlichkeiten zurückziehende Schlafzimmer gewährt Ruhe und Stille. Es wird über den als Puffer fungierenden Schrankraum betreten, weiter - um störende Geräusche fließenden oder ablaufenden Wassers fernzuhalten - grenzt auch das Bad nicht direkt an das Schlafzimmer. Ein Wäscheschacht leitet die Schmutzwäsche sämtlicher Familienmitglieder vom Dachgeschoß direkt in die im Keller gelegene Waschküche. Die Kinder bedienen ihn vom Gang aus, die Eltern von innen.

Im Zentrum lockt eine Terrasse mit Whirlpool, die sich, um vor fremden Blicken zu schützen, zwischen die beiden dem Garten zugewandten Giebel zurückzieht.

Über der Garage liegt das Büro des Bauherrn. Kunden betreten es vom Vorplatz kommend über eine überdachte Außentreppe, der Bauherr selbst erreicht es über eine Innentür und wenige Stufen - von der Morgentoilette bis zur Arbeit sind es also nur wenige Sekunden.

Die Lage und Kompatibilität der verschiedenen Stufenanlagen sowie ihre Abstimmung auf die unterschiedlichen Höhenniveaus darf als Kardinalpunkt des Entwurfes erwähnt werden.

Von außen zeigt sich das »Eierlegende Wollmilchhaus« traditionell. Ein großer Dreiecksgiebel zur Straße hin, zwei kleinere zum Garten, Sprossenfenster und Faschen, ein parallel zum Hauptfirst verlaufender Laubengang, Segmentbögen sowie die das Büro erschließende, überdachte Außentreppe zitieren bewusst wesentliche Merkmale der pannonischen Architektur und verleihen dem Haus seinen lieblichen Charakter.


Erbrachte Leistungen:

  • Vorentwurf
  • Entwurf
  • Einreichplanung inkl. Bauphysik (Energieausweis)