Leichenhalle Eisenstadt


Ort: Eisenstadt
Status: Bauphase
Visualisierung: Diviz Architekturvisualisierung: www.diviz.at

 


Trauer braucht ihren Raum, sagt man, und als Planungsbüro darf man dies auch durchaus wörtlich verstehen. Konnten bislang nur 84 Trauernde in Eisenstadts Aufbewahrungshalle Platz nehmen, um sich von dem Verstorbenen zu verabschieden und in der Gemeinschaft Trost zu finden, so werden es nach der Erweiterung beinahe doppelt so viele, um genau zu sein 154 sein.

Der bisherige Gebäudekomplex bestand aus einem sowohl den Kühl- als auch den Altarraum fassenden schmalen, rechteckigen Riegel und einem sich anschließenden Oktogon, in dem die Trauergemeinde ihren Platz fand.

Im Zuge der Erweiterung werden die drei nach Südwesten gerichteten Seiten des Oktogons aufgebrochen,  parallel zu ihrem ursprünglichen Verlauf zurückgezogen, und zu beiden Seiten über einen zusätzlichen Knick wieder an das ursprüngliche Gebäude herangeführt. Der auf diese Weise entstehende Zubau wird mit einem Flachdach aus Kreuzlagenholz versehen, das sich harmonisch an das bestehende oktogonale Spitzdach fügt, ohne aber dessen Charakteristik zu stören.

Im Inneren entsteht nun ein neues, spannendes Raumgefüge, das sich von hinten nach vorne etappenweise verjüngt und in den Altarraum mündet, in dem der oder die Tote während der Trauerfeier aufgebahrt liegt. Zwei Eckpfeiler in tragender Funktion lassen das alte, nun mittig liegende Oktogon erkennen.

Eine  spezielle Zwischendecke transportiert den Schall nach oben ab, gleichzeitig lässt sie die das ehemalige Vordach stützenden Betonträger unsichtbar werden und verhilft den großzügigen Fensterflächen zu Raumhöhe,  wodurch noch mehr Tageslicht in die Tiefe des Raumes dringen kann.

Der Vorplatz wird barrierefrei gestaltet, eine Stufe, die es bislang zu überwinden galt, wird abgetragen, fünfzig neu gestaltete Urnengräber trennen das Gelände vom angrenzenden Parkplatz.

 


Erbrachte Leistungen:

  • Vorentwurf, Entwurf
  • Einreichplanung