Energieausweis - Was ist das?


Wer in Österreich ein Haus, eine Wohnung oder andere Räumlichkeiten bauen, verkaufen, verpachten oder vermieten möchte, benötigt einen Energieausweis. Wir erklären Ihnen, was es mit diesem Schein auf sich hat.


Der Energieausweis (auch »Ausweis über die Gesamtenergieeffizenz«) dokumentiert den Energiehaushalt eines geplanten oder bestehenden Gebäudes anhand einer Vielzahl von Werten. Indirekt gibt er so auch Auskunft über die Kosten, die für Heizung, Warmwasser oder Strom anfallen.

WOZU BRAUCHE ICH EINEN ENERGIEAUSWEIS?

  • Jedem Ansuchen um die baurechtliche Genehmigung eines Gebäudes ist in Österreich ein Energieausweis beizulegen. Damit die Genehmigung erteilt werden kann, dürfen der Heizwärmebedarf (HWB), der Endenergiebedarf (EEB) und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) gewisse Richtwerte, die je nach Verwendungsszweck des Gebäudes variieren, nicht überschreiten.
  • Auch im Fall einer Vermietung oder Veräußerung eines Gebäudes verpflichtet das Energieausweis-Vorlage-Gesetz 2012 zur Vorlage eines Energieausweises. Heizwärmebedarf (HWB) und Gesamtenergieeffizienz-Faktor (fGEE) sind sogar bereits in den entsprechenden Inseraten anzuführen.
  • Eine wesentliche Rolle spielt der Energieausweis ferner bei Förderungen. Bedeutung kommt hier dem sogenannten A/V-Wert zu, der das Verhältnis zwischen der Fläche der Hülle eines Gebäudes und seinem Volumen ausdrückt. Dem A/V-Wert ist ein Heizwärmebedarf zugeordnet, welcher unterschritten werden muss, um eine Förderung gewährt zu bekommen.


DIE WICHTIGSTEN KENNZAHLEN DES ENERGIEAUSWEISES

Heizwärmebedarf (HWB)
Der HWB gibt Auskunft darüber, wie viel Energie (in kWh) einem Gebäude innerhalb eines Jahres über die Heizungsanlage zugefügt werden muss, sodass in seinem Inneren eine Temperatur von 20 Grad Celsius gehalten werden kann. Zum Zweck der Vergleichbarkeit mit anderen Gebäuden wird die so bestimmte Energiemenge durch die Fläche der Gebäudehülle (in m²) geteilt. Entsprechend beschreibt der HWB die thermische Qualität der Gebäudehülle in kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Der Energieausweis ordnet das Gebäude einer von verschiedenen HWB-Klassen zu, die - ähnlich wie bei Kühlschränken oder Waschmaschinen - anhand einer bunten Skala veranschaulicht werden. So fallen Häuser, die einen HWB bis 40 kWh/m²a aufweisen, etwa in die Klasse B (Niedrigenergiehäuser), Häuser mit einem HWB bis 15 kWh/m²a sind der Klasse A++ (Passivhäuser) zuzurechnen.

Endenergiebedarf (EEB)
Umfassender als der Heizwärmebedarf (HWB) ist der Endenergiebedarf (EEB). Er beziffert jene Menge an Energie, die einem Gebäude zugeführt werden muss, um es mit einer Raumwärme von 20 Grad Celsius, aber auch mit durchschnittlich benötigten Mengen an Warmwasser und Haushaltsstrom zu versorgen. Auch Verluste, die beim Transport der Energie durch das Gebäude, etwa aufgrund ungedämmter Leitungen oder langer Wege, entstehen, werden hier berücksichtigt.
Ebenso wie der HWB wird der EEB in kWh/m²a angegeben.

Primärenergiebedarf (PEB)
Noch weiter als der Endenergiebedarf greift der Primärenergiebedarf (PEB). Er inkludiert zusätzlich auch jene Menge an Energie, die für die Produktion und den Transport aller Baustoffe benötigt wird, die bei der Errichtung eines Gebäudes verwendet werden.

Gesamtenergieeffizienzfaktor (fGEE)
Der fGEE vergleicht den Endenergiebedarf eines Gebäudes mit dem Endenergiebedarf eines gedachten Modellhauses, welches im Jahr 2007 errichtet wurde und in sämtlichen relevanten Parametern wie Seehöhe, Ausrichtung oder technischem Standard dem damaligen Durchschnitt entspricht.

WER KANN EINEN ENERGIEAUSWEIS AUSSTELLEN?

Zumeist werden Energieausweise von ArchitektInnen oder BaumeisterInnen ausgestellt. Daneben sind auch ElektrotechnikerInnen, HeizungstechnikerInnen, Kälte- und KlimatechnikerInnen sowie ZimmermeisterInnen und RauchfangkehrerInnen befugt.

WIE WIRD EIN ENERGIEAUSWEIS BERECHNET?

Als Grundlage der Berechnung dienen die vorhandenen Planunterlagen. Bei bestehenden Gebäuden ist darüber hinaus eine Besichtigung samt Kontrollaufmaß unumgänglich.